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GAMES DESIGN DEVELOPMENT

Werden Spieleentwickler übervorsichtig wenn es um ihre Charaktere geht

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Seit vor über einem Jahr das Thema GamerGate auftauchte und Feministinnen wie Anita Sarkeesian das Thema Sexismus in Videospielen auf ihre Fahne geschrieben haben, kommt man als Fan von Videospielen an dem Thema nicht mehr vorbei. Sex in Videospielen ist schon immer ein Thema gewesen. Seit es die ersten Spiele gibt, gibt es auch Sex in Spielen.

Wird Sexismus durch die Grafik gefördert

Durch die immer besser werdende Grafik werden aber auch die Darstellungen von Männern und Frauen, die man vorher nur als Pixelhaufen kannte, auf einmal überaus deutlich und detailreich. Wobei die wirkliche Darstellung und nicht nur Andeutungen von Sex in Videospielen auch weiterhin dem Genre der Erotikspiele vorbehalten ist.

Vergleich von Figuren, früher und heute

Und durch Berichte wie die von Anita Sarkeesian könnte man meinen das weibliche Charaktere in Spielen mit übermäßig viel Sexappeal entworfen werden nur um eine Zielgruppe anzusprechen, nämlich Männer. Das Frauen in Videospielen nichts anderes sind als Sexobjekte. Daraus entstand im letzten Jahr dann auch die Einstellung vieler das sich etwas am Bild der Frau in Videospielen ändern müsste.

Sind Frauen in Videospielen wirklich nur deswegen so entworfen damit Männer sie toll finden, weil Männer die Zielgruppe Nummer 1 sind? Ist das überhaupt so? Der größte Teil der Spieler in den USA ist zwischen 18 und 35 Jahre alt und von allen Spielern sind 44% Frauen und 56% Männer. [1] Das bedeutet als das fast genausoviele Männer wie Frauen Videospiele spielen. Könnte es nicht also eher so sein das generell alle Charaktere in einem Videospiel an das Setting des Spiels und ihre Hintergrundgeschichte angepasst sind und das Spieler sich eher von einem Hauptcharakter angesprochen fühlen welcher einem gewissen Ideal entsprechen, nämlich dem Ideal das Helden immer überdurchschnittlich sind. Natürlich in allen Aspekten ob Intelligenz, Fitness, Aussehen, Körperbau. Man kann darüber viel spekulieren, sich aufregen und seine Meinung im Internet verbreiten, doch hat das alles eigentlich in irgendeiner weise Einfluss auf die Entwickler der Spiele.

Beeinflusst die Sexismusdebatte die Entwickler

Bis vor kurzem hätte ich noch gesagt, nein Entwickler interessiert das nicht. Neue Spiele sind auch weiterhin mit Charakteren auf den Markt gekommen die so nicht dem Durchschnitt entsprechen. Der Master Chief aus Halo ist 2 Meter groß und 130 Kilo schwer (ohne Rüstung), Lara Croft(Tomb Raider) und Samus Aran(Metroid) sind immer schon ein Besipiel gewesen für das was man als Powerfrau bezeichnen würde. Die zwei bekanntesten Protagonisten der Street Fighter Serie Ryu und Ken sind der Inbegriff von Männlichkeit. Groß stark und muskulös und entsprechen damit auch nicht dem durchschnittlichen Japaner bzw. US Amerikaner.

Stereotyp Held

Nun befindet sich derzeit Street Fighter 5 in der Entwicklung und eine Beta läuft momentan um die Balance und Perfomance zu testen. Doch seit dem letzten Update wurde neben der Spielmechanik auch noch etwas anderes verändert, nämlich die Kamera von zwei Animation im Spiel. Zum einen wurde der Kamerawinkel in der Intro Animation von Cammy verändert damit man nich direkten Einblick in ihren Schritt bekommt.

Rainbow Mika eine Anlehnung ans Wrestling

Und zum anderen wurde von Rainbow Mika die Kameraausschnitt bei ihrem Critical Arts Move weiter nach oben verlegt damit man nicht mehr sehen kann wie sie sich auf ihren Hintern haut um den Gegner zu verspotten.

R.Mika Pose

Sogar eine Petition wurde bei change.org eingerichtet um Capcom dazu zu bewegen dies wieder zu ändern. Aber was war der Grund dafür das man überhaupt diese Änderung gemacht hat? Etwa um sicher zu sein das man in den USA noch ein T-Rating bekommt? Oder damit es keinen Shitstorm gibt aus den Reihen der Feministinnen? Da sich Capcom dazu noch nicht geäußert hat kann man dazu noch nichts genaues sagen.

Persönlich ist es mir egal ob man nun sehen kann ob sie sich auf den Hintern haut und ob das Kostüm welches sie trägt sehr freizügig ist den das Charakterdesign ist eine Anlehnung an japanische Wrestlerinnen welche zum Teil sehr freizügige Kleidung tragen oder Kleidung die an Dessous erinnern.

Kana
Kana

Die gesamte Animation welche hier von Capcom erstellt wurde entspricht sogar einem echten Move aus dem Wrestling, dem Hip Attack selbst das auf den Hintern klopfen gibt es im Wrestling.

Die Frage die ich mir stelle ist also, werden solche Änderungen gemacht weil die Entwickler meinen das würde besser aussehen? Bei Cammys Auftritt in SF5 kann ich mir das sogar vorstellen. Oder will man damit einem möglichen Shitstorm entgegenwirken? Im Fall der R. Mikas Animation denke ich es war wohl eher der Versuch einem Shitstorm entgegen zu wirken, weil wäre die Kameraführung von Beginn an so gewollt gewesen das man ihren Hintern nicht in Nahaufnahme sehen kann wäre auch der Klapps auf den Po überflüssig gewesen da man diesen eh nicht mitbekommen würde.

Schränken sich Entwickler in ihrer Freiheit ein um nicht ins Visier von Feministinnen zu kommen? Passieren solche Änderungen öfters ohne das wir es mitbekommen da man garkeinen Einblick in die Vorabversion bekommt? An solche Diskussionen bzw. solche Änderungen kann ich mich jedenfalls aus der Vergangenheit nicht erinnern.